Jabbo schließt - sind andere Hotels etwa nicht genau so gefährdet?

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es weitere Hotels treffen könnte.
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Kolumne vor 9 Monaten / 969

Die jüngste Ankündigung, dass der deutsche Hotelgigant Jabbo schließen wird, lässt einige Frage offen - auch solche für die Zukunft der Retroszene. Denn genau diese steht zu Zeiten, in denen es nicht mehr rentabel scheint, ein Hotel zu betreiben, in den Sternen. Was, wenn Jabbo nur der Initiator einer Kette weiterer Schließungen war? Betrachtet man die Hotelstatistiken anderer Retro Hotels und vergleicht man diese mit den Jabbo Userzahlen, gibt es zwar noch Differenzen, aber diese nehmen immer weiter ab.

Tatsächlich schafft es seit Jahren kein Newcomer mehr, höhere Spielerzahlen im dreistelligen Bereich zu erreichen. Diese sind jedoch essentiell für gute Werbeeinnahmen, die anfallende Serverkosten ausgleichen sollen. Dem Jabbo Hotel ist diese eine erhebliche Einnahmequelle in letzter Zeit, als logische Konsequenz von sinkender Nutzeraktivität, zu kurz gekommen. Retro Hotels haben es ohnehin schwer, einen guten Werbepartner zu finden, der den Traffic angemessen bezahlt - seriöse und gute Werbepartner wie Google AdSense sperren seit längerem Werbekonten, wenn festgestellt wird, dass sie für illegale Retro Hotels genutzt werden. Eine erforderliche Adressverifikation macht es zudem schwerer, sich in solch einem Fall ein neues Konto zu erstellen. Es ist also gewisser Maßen ein Risiko, das man eingehen muss - oder man setzt auf die bei den Nutzer verhassten PopUp und PopUnder Werbeanbieter. Diese zahlen in den meisten Fällen nur wenige Mikrocent pro Aufruf. „Die großen Fische“ hingegen nehmen nur ebenso große Fische an - Newcomer haben hier also erstmal keine Chance und müssen darauf setzen, dass ihr Projekt anderwertig Geld einspielt

Das durchschnittliche Alter der User wird höher

Es gab Zeiten, da wurden Retro Hotels primär von zehn bis vierzehnjährigen Spielern gespielt und besucht. Die damals jungen werden jedoch älter - und der Nachwuchs, der wieder neue junge Leute in ein Retro Hotel bringt, fehlt gänzlich. Auch das hatte Jabbo bei der Ankündigung der Schließung beklagt. Wir tuen uns in Deutschland schwer, neue Leute anzuwerben, die noch kein Mitglied der Retroszene sind. Zur dichtesten Zielgruppe gehören heute Spieler im Alter von 15 und weit ältere. Doch gerade Retro Hotels profitieren am Meisten von jüngeren Altersgruppen, die leidenschaftlich spielen und nicht mal eben am Abend zwecks Langeweile-Vertreib kurz reinschauen. Doch der typische Retrouser zeichnet sich mittlerweile genau dadurch aus - nicht umsonst werden Events und Wettbewerbe auf den späten Abend verschoben. Für die aktuelle Zielgruppe gestaltet sich der Mittag mit anderen Prioritäten. Wer jemals früher als 17 Uhr unter der Woche online war, wird wissen, dass in einem Hotel in den meisten Fällen bis zum Anbruch des Abends eine Totenstille herrscht. User beklagen sich - und warum sollte man in einem "Multiplayer" online sein, wenn kaum bis wenig los ist? 

Hinzu kommt, dass der Anteil von Nutzern, die eine AdBlock Software nutzen, damit tendenziell und statistisch höher ist als in den Vorjahren. Das bedeutet jedoch auch weniger Werbeeinnahmen. Wir haben es bereits erlebt, dass Retro Hotels in stündlichen Hotelalerts die User dazu auffordern, auf die Werbung zu klicken. Auch hierbei handelt es sich um eine Grauzone, doch sie scheint erforderlich. Nebensächliche Angebote wie Premium und Zusatzwährungen werden zwar beworben - doch auch diese Einnahmequelle geht stark verloren, wenn sich kaum noch einer dafür interessiert, in einem 100 Spieler Hotel Geld auszugeben.

Die Musterbeispiele HabboST und Fresh

Großes Entsetzen erreichte die Community, als die Hotelleitung unter Blackmaster mehr oder weniger bekannt geben musste, dass Blackmaster sich damals dazu entschlossen hat, den Rang als Projektleiter - so sinnbildlich - zu verkaufen. In Folge der sinkenden Userzahlen war es ihm nicht mehr rentabel genug, die Serverkosten für das HabboST alleine zu stämmen. Der kommende Projektleiter, so hieß das Angebot, sollte die Serverkosten in Höhe von 230 Euro mitfinanzieren. RetroTimes berichtete. Auch berichtete RetroTimes vor kurzem über das englischsprachige Fresh-Hotel, wo es schon an der Tagesordnung ist, dass Mitarbeiterränge in einem automatisierten Shop verkauft werden. 

Serverwahl und -finanzierung unattraktiv

Die Serverwahl und -finanzierung gestaltet sich als ein großes Problem. Auch hier reicht ein Vergleich zu den Vorjahren aus, um den Kontrast zu verdeutlichen. Da Retro Hotels heutzutage ständig von DDoS-Angriffen heimgesucht werden, bedarf es einen anständigen DDoS Schutz, um überhaupt Chancen auf Erfolg wittern zu können. Auch dieser kommt nicht umsonst - Billiganbieter von nebenan sind Geschichte, man braucht einen zuverlässigen Hoster, der seinen Preis hat. Schlussendlich kommen deutsche Hoster nicht in Frage, da sie im Falle eines Abuses, der gerne mal gefälscht wird, sofort den Server sperren. Im Falle von Jabbo, und im Falle von den meisten deutschen Retro Hotels, ist der einzig denkbare Anbieter, OVH. Dort beginnen die dedizierten Serverpreise ab 70 Euro, jedoch ohne Windows-Lizenz, und im Gesamtpaket ab 80 Euro und darüber. Rechnet man diesen Betrag auf das Jahr hoch, ergibt sich immerhin eine stolze Summe von knapp 1000 Euro - für ein Hotel, das selten mehr als 200 Spieler erreicht.

Wie lange nehmen Hotelleiter den Verlust hin?

Der Verlust nimmt zu, von Monat zu Monat. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es dem ein oder anderen Hotelbesitzer zu viel wird. Man hat es am Beispiel Jabbo gesehen - nach 6 Jahren ist dem Hotel die Luft ausgegangen. Die derzeitigen Entwicklungen deuten für die noch existierenden Retro Hotels nichts gutes an. Wenn wir uns jetzt schon schwer tun, abends eine Konstante von durchschnittlich 100 Spielern zu halten, wird sich die noch bevorstehende Zeit äußerst schwer gestalten. Große Hotels, wie etwa Live-Hotel, HabboST oder HuBBa haben es noch vergleichsweise gut - doch bei den Newcomer und den mittelständigen Hotels wie etwa Lemon oder HabboCX, ist es nur noch ein Wettlauf gegen die Zeit. Da kann man beim besten Willen nur zuversichtlich sein, dass Sulake aufwacht und sich dazu entscheidet, wieder aktiv den deutschen Markt zu bewerben - in der Hoffnung, dass die Retro Hotels ein Stück vom Kuchen abbekommen. 

Dies ist eine Kolumne und spiegelt lediglich die Meinung des Autors wieder.

Kommentare
Wir weisen darauf hin, dass hier ab hier freier Meinungsaustausch stattfindet.

-Susanoo

Früher oder später in 1-2 Jahren wird so gut wie jedes Retro dicht machen. Es gibt einfach keinen Nachwuchs. Kein 10-14 Jähriges Kind ist heute noch an Spielen wie Habbo interessiert. Instagram und Snapchat regieren grade alles. Das ist Fakt. Schade, aber Zeiten ändern sich nun mal.
geschrieben vor 9 Monaten

Kylan

Mal wieder eine sehr interessante Kolumne und ich finde auch dass es echt schei... aussieht für die Szene. Hoffen wir mal das beste, aber leider blieben so Bitchfightes zwischen Live und HabboST unerwähnt, was ja auch großen einfluss auf die Szene hatte!
geschrieben vor 9 Monaten

Jak

Sehr pauschal geschrieben.... Das meiste ist zu schwammig formuliert und trifft nicht unbedingt gleich auf jedes retro zu weil der autor mal davon gehört hat.
geschrieben vor 9 Monaten

Flash

Scheisst mal da drauf, ab 2020 wird jedes Hotel dicht sein, wenn Sulake nicht vorher HTML5 rausgebracht hat. Flash ist bald weg vom Fenster, Retros somit auch. :^)
geschrieben vor 9 Monaten

SirSonay

Antwortet auf obigen Kommentar: Es wird niemals eine Version von HTML5 für Habbo existieren, dies schrieb bereits Macklebee auf Twitter (https://twitter.com/sulakedominic/status/555742635445747712?lang=de).
geschrieben vor 9 Monaten

Unknown

Antwortet auf obigen Kommentar: @SirSonay Macklebee hat nie gesagt, dass Habbo niemals auf HTML5 umsteigen wird, außerdem ist der Tweet inzwischen 3 Jahre her.
geschrieben vor 9 Monaten

SirSonay

Antwortet auf obigen Kommentar: Es ist egal ob dieser Post schon älter ist oder nicht. Macklebee sagte selbst, dass HTML5 nicht die Voraussetzung bringen kann die Habbo braucht. Also werden sie wohl kein HTML5 als "Lösung" in Ansicht haben um das Hotel im guten Falle zu retten zudem frage ich Macklebee selbst ob es eine Möglichkeit besteht, er beneinte es da alleine schon die Wireds nicht in HTMl5 machbar sind also wird kein HTML5 Habbo von Sulake offiziell herauskommen.
geschrieben vor 9 Monaten

AnSonay

Antwortet auf obigen Kommentar: @SirSonay, dann scheinst du schlicht und weg inkompetent zu sein. Es ist natürlich möglich die WIREDs in HTML5 umzusetzen? Wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach seine Finger still halten
geschrieben vor 9 Monaten

SirSonay

Antwortet auf obigen Kommentar: Ein ehemaliger Habbo Entwickler soll also keine Ahnung haben? Wie wurde er dann Entwickler? - Erstmal überlegen was man schreibt bevor man nur scheiße schreibt. :)
geschrieben vor 9 Monaten

Holo

Holo und HabboCX haben es immer noch gut? Holo hat täglich viele User online und ich verstehe es nicht, dass für manche 90-110 User okay sind?
geschrieben vor 9 Monaten

kopfsache

Antwortet auf obigen Kommentar: Holo und CX erreichen nur bis zu 90 User in der Woche, während Hotels wie ST, Hubba oder Live mehr als 140+ haben
geschrieben vor 9 Monaten

bullshitxhi

Völliger Bullshit, Holo hat unter der Woche mindestens 105-110 User online, was in dieser Zeit eine ernorme Userzahl ist. Nur weil Hubba und HabboST 10 oder 15 mehr hat als Holo (und das unter der Woche, es gibt Menschen die Arbeiten oder haben Schule), heißt es nicht, dass sie nicht miteinander konkurrieren und das Holo zu einer Mittelschicht der Hotels gehört - am Wochenende sind die Userzahlen in den drei Hotels alle vergleichbar hoch!!! Je mehr ihr euch alle wegen Userzahlen fertig macht, desto schneller werden sie sinken - glaubt mir. Auch solche Artikel sind für mich sinnlos und haben keinen Zweck und das zeigt, dass RetroTimes mit der Qualität immer mehr sinkt sowie an Niveau verliert und sie wie zum Beispiel normale Zeitungen wie die Bild keine Konkurrenz machen. Beides sinnlose, angstverbreitende und uninformierte Seiten. Bitte mehr informieren - außerdem ist HabboCX mit 90-100 Usern auch kein kleines Hotel; es kommt auf die Community an. Checkt das alle mal. Wieso ein Hotel mit knapp 500 Usern mit einer ekelhaften Community als eine Community mit 30 Usern die sozial, interagierenden und nett zusammen arbeiten und spielen. Außerdem sollte man beachten, das HabboCX oftmals technische Probleme und keinen Techniker hat, der hinter dem Hotel steht und neuen Schwung ins Hotel bringt - diese beiden Hotels (Holo, HabboCX) sowie Lemon und Jabbo haben mehr Respekt und mehr Userzahlen verdient, als HabboST und Live zusammen - wenigstens sind die Konzepte, die Domains oder sonstige Sachen nicht in den jeweiligen Hotels gestohlen und haben ihr Hotel mit Würde weitergeführt - was man bei einigen Hotels in der Szene nicht sagen kann.
geschrieben vor 9 Monaten

Heulen

Antwortet auf obigen Kommentar: ich feier dich
geschrieben vor 9 Monaten

lOL

Antwortet auf obigen Kommentar: solange revue im holo agiert, hat das hotel keinerlei relevanz und ist hier auch nicht nennenswert
geschrieben vor 9 Monaten

Fritz

Antwortet auf obigen Kommentar: Ich finds ja schon lächerlich genug, dass du dich so sehr darüber aufregst dass manche Leute Holo oder Habbo.cx zur "Mittelschicht" der Retros zählen. Das heißt rein gar nichts für die Qualität des Hotels, und hättest du die Kolumne mal ganz verstanden, würdest du auch merken, dass dort nirgendwo steht - Yo, weil Habbo.cx und Holo weniger User haben, sind die scheiße. Es geht NUR um die Userzahlen, und da muss ich dem Autor voll und ganz Recht geben! Geh doch mal abends in Live-Hotel, dort sind täglich 190-200 Spieler online, zur selben Zeit hat Holo maximal 100-120. Du kannst mir nicht sagen, DASS IN RELATION DAZU, Holo ein weniger besuchtes Hotel ist. Es ist einfach Fakt dass Live nicht selten sogar das doppelte online hat wie Holo, und das dreifache wie Habbo.cx. Gerade wo ich diesen Kommentar schreibe schon wieder. Es ist Bullshit Habbo.cx mit seinen 80 User auf die selbe Ebene wie HuBBa und Livezu setzen, aber gleichzeitig heißt das auch nicht, dass HuBBa und Live damit bessere Hotels sind. Userzahlen spiegeln eh lange nicht mehr die Qualität eines Retros wieder. Dein nicht vorhandener Verstand macht mir echt zu schaffen, Mr. Besserwisser. Man sollte die Klappe halten, wenn man nicht versteht, worum es im Artikel geht.
geschrieben vor 9 Monaten

Fritzhdf

Antwortet auf obigen Kommentar: Stell dir mal diese 80 User vom HabboCX und diese 110-120 User von Holo mal in einem Raum vor. Du solltest lieber die Klappe halten, denn du verstehst nicht, was das Problem ist. Hier werden Hotels in den Dreck gezogen, weil sie weniger User haben - außerdem ist Hubba/Holo auf dem selben Stand was Userzahlen bezogen. "Dein nicht vorhandener Verstand" - du bringst mich echt zum lachen und zum schmunzeln, wieso du mich als einen Mensch ohne vorhandenen Verstand bezeichnest obwohl du hier gerade den größten Bullshit redest..... sagt der, der direkt beleidigend wird. LOGIK? Naja, okay. Man sollte vielleicht mal die Klappe halten, wenn man aus dem Live kommt und die Meinung andere ins lächerliche ziehen möchte, weil es andere Hotels gibt die sich den Erfolg nicht durch geklaute Konzepte aus Boon oder niederländischen Hotels verdienen. :)
geschrieben vor 9 Monaten

Fritz

Antwortet auf obigen Kommentar: HuBBa und Holo sind auf dem gleichen Stand von den Userzahlen her? Okey, das erklärt wahrscheinlich warum gerade im HuBBa 105 Online sind und im Holo 66. Jep, selber Stand, zweifelsfrei! Hier wird überhaupt kein Hotel in den Dreck gezogen, weil hier einfach Tatsachen aufgetischt werden und es um was vollkommen anderes geht. Wo heißt es denn das 80 User wenig sind? Sind es nicht. Aber im Vergleich zu 190 sind es halt wenig, tut mir leid. :)
geschrieben vor 9 Monaten

fritzsache

Antwortet auf obigen Kommentar: lol wieso wird live hier als engel dargestellt? die faken doch ihre user, also könnte man holo auch gleich über die stellen, weil holo nicht faked
geschrieben vor 9 Monaten

Fritzhdf2

Antwortet auf obigen Kommentar: Und wieso hat dann Hubba jetzt 117 und Holo eben 110? Hm.. gar nicht vergleichbar.... hm...... liegt vielleicht daran, dass Holo eine deutlich ältere Community hat.. hm... leicht niveaulos das als Fakt zu bezeichnen, wenn es nicht so ist.. :/
geschrieben vor 9 Monaten

hahaha2

Antwortet auf obigen Kommentar: was für ein konzept hat cx denn bitte? es bringt nichts neues raus und im holo sind alle eventkonzepte und alles andere geklaut... live und hubba geben sich bei weitem am meisten mühe für die user in sachen eventgestaltung
geschrieben vor 8 Monaten

Wojcik

Tolle Kolumne und eine Interessante Sichtweise, kann dem nur zustimmen. Man merkt es selbst im HuBBa, die User werden älter und nicht wie sonst immer jünger. Klar so kennt man sich untereinander bereits einige Jahre. Ich zb kenne einige aus dem HuBBa bereits 7-8 Jahre. Ob und wie sich das HuBBa noch finanzieren lässt ist ja wieder eine andere Sache, aber solange es noch "zahlungskräftige" User gibt, die regelmäßig für hunderte Euro Diamanten kaufen, klappt es weiterhin. Wie das in anderen Hotels aussieht kann ich so natürlich nicht sagen.. aber ich denke da wird es ähnlich sein.. da die Retroszene an sich mittlerweile "älter" wurde. Aber das es andere Hotels schwer haben sei es cx, holo das bezweifel ich, die jeweiligen Hotels haben mit den 90-105 User aufjedenfall ihre Stammuser die auch bleiben.. sofern jetzt keine Wartungsarbeiten von 3-4 Wochen kommen.
geschrieben vor 9 Monaten