In den Niederlanden wurde der 55 Jähriger Angelo O. zu vier Jahren Haft einschließlich psychiatrischer Maßnahmen verurteilt. Ihm wurden digitale Vergewaltigung und Unzucht mit mindestens 10 minderjährigen Teenagern vorgeworfen, wie die niederländische Zeitung 1limburg berichtet. Zwischen 2011 und 2016 soll Angelo O. dutzende Teenager im Habbo Hotel angeschrieben und sie dazu aufgefordert haben, sexuelle Handlungen vorzunehmen.

Identität seines Sohnes angenommen

Angelo hatte vorgegeben, ebenfalls ein Teenager zu sein und dabei die Identität seines eigenen Sohnes verwendet. Die meisten Gespräche fanden über die Chatfunktion des Habbo Hotels statt und liefen immer auf dasselbe hinaus: Sex. Er soll auch Videos und Bilder seiner Genitalien verschickt haben. “Ich war neugierig, neugierig über die Grenzen, wie weit ich bereit wäre zu gehen, ich war selbst schockiert”, gab er zu. Obwohl Angelo seine Fehler einsah und versicherte, nicht erneut auf die schiefe Bahn zu geraten, entschied sich der Richter für eine tiefgründigere Untersuchung. “Eine reine Gefängnisstrafe wird das Risiko der Wiederholung nicht reduzieren”, so der Richter.

Nur bedingt zurechnungsfähig

Später ergab eine weitere Untersuchung, dass Angelo O. nur bedingt zurechnungsfähig ist. Aus diesem Grund hatten die Verteidiger nicht auf sechs Jahre Haft, wie von der Staatsanwaltschaft gefordert, sondern auf fünf Jahre Haft mit psychiatrischer Unterbringung plädiert. Der Richter befand letztendlich, dass Angelo O. widerliche Taten begann. “Er überredete Mädchen zu sexuellen Handlungen, nahm sie digital zur Hand und machte ihnen Komplimente, gab ihnen manchmal sogar Taler, um sie zu ermutigen“. Damit seien die Grundlagen einer Vergewaltigung geschaffen. Dennoch ist die Verurteilung von vier Jahren ein Jahr weniger als zunächst von der Staatsanwaltschaft gefordert. Das hat den Grund, dass kein körperlicher Missbrauch stattgefunden hat. Darüber hinaus wurde der Angeklagte auch für den Besitz von Kinderpornographie, für die Veröffentlichung pornographischer Materialien an Minderjährige sowie für Identitätsdiebstahl für schuldig befunden.

Habbo erlitt bereits in Vergangenheit einen fatalen Image-Schaden, als im Jahr 2012 durch den britischen Fernsehsender Channel4 erhebliche Sicherheitsmängel in der Hotelmoderation aufgedeckt wurden. Schon damals war von Pädophilen und sexuellem Missbrauch die Rede. In Folge dessen musste Sulake international alle Hotels für einige Tage stumm schalten und der amtierende CEO Paul LaFontaine sah sich zum Rücktritt gezwungen.

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