6. Januar 2018 0 Kommentare Kolumnen

Sind Abweichungen zwischen Onlinezahl und Navigator normal?

Wie schon länger bekannt ist, entsprechen die angegebenen Onlinezahlen auf der Homepage eines Retro Hotels nicht immer der Anzahl der User, die man zum selben Zeitpunkt im Raumnavigator des Hotels zählen kann. Diese Differenzen haben meist unterschiedliche Ursachen und sind in den meisten Fällen auch normal – doch wie groß sind die Differenzen überhaupt? Ein stichprobenartiger Test soll dies in den deutschen Retro Hotels vergleichen. In den letzten 2 Tagen haben wir die Userzahlen aller folgend genannten Retro Hotels mehrmals mit den Userzahlen verglichen, die wir wiederum aus dem Raumnavigator erhalten haben. Dabei fanden die Vergleiche jeweils einmal mittags und abends statt. 

Retro Durchschnittliche Differenz
HuBBa Hotel 9 User
Lemon Hotel 11 User
Holo Hotel 29 User
Jabbo Hotel 7 User
Live-Hotel 54 User
HabboST 11 User
HuBBa Hotel 9 User

Neben den vergleichsweise kleineren Werten von 7 bis 11 fallen zunächst zwei Werte heraus, die besonders hoch erscheinen – zum einem die Differenz im Holo Hotel von 29 User und zum anderen die Differenz im Live-Hotel von etwa 55 User.

Wie erklären sich solche Ergebnisse? 

Die Userzahl spiegelt im Normalfall die Anzahl der User wieder, die sich gerade online im Hotel befindet. Sie spiegelt jedoch nicht wieder, wie viele der sich online befindenden Personen auch tatsächlich anwesend und in Räumen aktiv sind. Dass sich mehrere User auf der Hotelansicht befinden, also in keinem Raum, kann unterschiedliche Ursachen haben. So sind viele meistens schlichtweg für kurze Zeit abwesend und daher nicht im Raum. Auch User, die sich länger als eine bestimmte Zeit untätig in einem Raum befinden, werden in vielen Retro Hotels automatisch zur Hotelansicht befördert und sind somit nicht mehr im Raumnavigator zu zählen. Eine Differenz von bis zu 20 User wird in den meisten Fällen noch als nicht erwähnenswert betrachtet.

Faken diese Retro Hotels die Userzahlen?

Bereits vor 3 Jahren berichtete RetroTimes hier, warum Retro Hotels durch Userfaking bezwecken könnten, uns zu manipulieren. Solche Vorwürfe gehören inzwischen jedoch der Vergangenheit an und es gab in letzter Zeit keine Anzeichen dafür, dass ein Retro nachweislich an der Userzahl dreht. Hier muss man sich vor Gesicht führen, dass dies inzwischen bei der aktuell stark gesunkenen Userzahl auch viel zu auffällig wäre. Nichtsdestotrotz machen die größeren Differenzen doch stutzig – können wirklich 29 oder 55 User abwesend auf der Hotelansicht sein? Und wenn ja, inwiefern spiegelt die Userzahl dann noch die tatsächliche Aktivität im Hotel wieder?

Unterschiede sind natürlicher Herkunft

Die einzelnen Retro Hotels plädieren dafür, dass die Unterschiede Unterschiedlicher Herkunft seien und der Raumnavigator auch nicht jeden einzelnen Raum auflisten würde. Im HuBBa, HabboST und Jabbo Hotel kann man beispielsweise einstellen, dass ein Raum im Navigator nur für die User angezeigt wird, die Rechte besitzen. Der Raum und die darin befindlichen User würden damit im Raumnavigator verloren gehen. In R63A Versionen werden auch nicht immer alle Räume angezeigt, so die gängige Erklärung. Wirft man ein Blick auf den internationalen Raum, wird dies besonders dort deutlich: Im Fresh-Hotel, einem englischsprachigen Hotelgiganten, waren zu unserem Testzeitpunkt 420 Spieler online. Hat man alle Raumnavigator-Zahlen zusammengerechnet, kam man jedoch auf gerade mal 225 User. Nach unserer Annahme müssten 195 User entweder abwesend sein, oder der Navigator zeigt schlichtweg kleinere Räume nicht mehr an. Letzteres klingt am plausibelsten. Auch im Habboon.pw verhält es sich ähnlich – von 720 angegebenen Usern sind gerade mal 480 im Raumnavigator aufgelistet. 

Es lässt sich daraus ableiten – umso höher die Userzahlen eines Retros, desto größer ist zwangsläufig die Differenz. Nicht zuletzt aus diesen Gründen werden Reformen in der Messung der Onlinezahl gefordert. Wäre es nicht sinnvoller, wenn man nicht mehr anzeigt, wie viele User online sind, sondern wie viele sich in Räumen befinden? Technisch gesehen wäre dies überhaupt kein Problem und eine Sache von wenigen Minuten. Auch die Forderung der Messung der Onlinezahl anhand von MAC-Adressen statt von Accounts sei viel geeigneter, um eine realitätsgetreuere Zahl anzugeben. Doch solange Retro Hotels legitim durch höhere Anzeigen profitieren können, wird sich aus konkurrenz-prinzipiellen Gründen kein Retro dazu entscheiden, eine kleinere anzugeben. Eine solche Reform wird also lange in den Sternen stehen bleiben. 

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