12. August 2017 0 Kommentare KolumnenRetro Hotels

Sind BOT-Moderatoren ein denkbares Szenario für Retros?

Es ist kein Geheimnis mehr, dass das offizielle Habbo Hotel letzten Monat die “echten” Moderatoren aus Fleisch und Blut durch sogenannte BOT-Moderatoren ersetzt hat. Genauer gesagt handelt es sich dabei um ein automatisiertes System, welches bei Beleidigungen sowie anstößigen Wörtern entsprechend anschlägt und eine Verwarnung herausgibt. Die schrittweisen Sanktionen reichen von einer Stummschaltung bis zum Monats- oder Dauerbann.

Warum ist Sulake diesen Schritt gegangen?

Die Moderation der internationalen Hotels war für Sulake wahrscheinlich mit teuren Personal- und Ausbildungskosten verbunden. Zudem waren die Öffnungszeiten einzelner Hotels vielen Spielern ein Dorn im Auge. So wurde das deutsche Habbo Hotel beispielsweise von 2 Uhr bis 8 Uhr morgens geschlossen, da es keinen Sinn machte, für diesen Zeitraum Mitarbeiter zu beschäftigen. Nun konnten die Öffnungszeiten auch abgeschafft werden. Aus der Community werden inzwischen Botschafter und Wächter gepickt, aktive Habbo Spieler, die immerhin regelwidrige Habbos aus Räumen kicken und stummschalten können, wenn es hart auf hart kommt. Wozu braucht man dann noch teure Moderatoren?

Denkbar, dass Retros auch BOT-Moderatoren einsetzen?

Technisch gesehen dürften die neusten Änderungen den Retro Hotels keine großen Hindernisse bereiten. Man kann den Botschafter Rang auch in Retros ideal einführen, indem man einzelne User aus der Community herausnimmt und ihnen die Berechtigung für den Kick- und Mute-Befehl gibt. Dies könnte dann zum Beispiel die nächste Stufe nach den Experten und Guides sein. Durch zuverlässige Hotelerfahrung und Hilfsbereitschaft könnte man sich hocharbeiten und diese Rechte erlangen. Nun müsste man natürlich noch einen Filter programmieren, der anstößige Wörter erkennt und den User entsprechend verwarnt. Doch so etwas ähnliches gibt es bereits in zahlreichen Retros: Nämlich in Form eines Werbefilters. Hier müsste man nur die Wörter und Sanktionen geringfügig anpassen. Teilweise sind diese Werbefilter mittlerweile so ausgeklügelt, dass sie fast jede Schreibweise eines verbotenen Hotelnamens erkennen. Man müsste ein solch System dann lediglich für Beleidigungen auslegen.

Erfahrene Programmierer dürften kein Problem haben, einen Anschlag des Filters mit einer Verwarnung oder einen Bann des entsprechenden Nutzers zu knüpfen. Auch hier könnte man die schrittweisen Sanktionen einbringen: Erst eine Verwarnung, dann eine zweite, dann eine Stummschaltung und zuletzt ein temporärer Bann. Die Hilferuf-Funktion wäre dann schlicht überflüssig, ähnlich wie die Moderatoren.

Warum hat das Vorteile?

Jeder, der schon ein Mal Mitarbeiter in einem großen Retro war, weiß, wie oft der Hilferuf für irrelevante Kleinigkeiten oder dämliche Fragen missbraucht wird. Natürlich gibt es auch fleißige Habbos, die Regelbrecher melden, doch dies wäre dank des automatischen Systems nicht mehr nötig – der User würde seine Strafe selbst erhalten, ohne dass er gemeldet werden müsste. Sollte die Situation ausarten, gäbe es immer noch einen Botschafter oder Community Manager, der den Mute früher als das System aussprechen könnte. Im Endeffekt heißt dies: Es gäbe weniger Mitarbeiter, das Hotel würde sich sozusagen selbst moderieren. Lästige “Wie werde ich Moderator?”-Fragen, die den Ticket Browser überfluten, stünden nicht mehr an der Tagesordnung, die User würden weniger die Mitarbeiter nerven, die nun ihren Hauptaufgaben nachkommen könnten, statt jede kleine Streitigkeit eigenständig moderieren zu müssen. Für Fragen rund um das Hotel gibt es nach wie vor die Experten oder Guides, die man jederzeit im Infocenter antreffen könnte. 

Objektivität statt Subjektivität

Es kommt heutzutage nicht mehr auf den Kontext an. Wenn ein User beleidigt, verhält er sich gegen die Hotelregeln, selbst, wenn ein anderer angefangen hat. Beide gehören dann gleichermaßen bestraft. Das klingt erstmal hart, ist aber so. Oft kann dies ein menschlicher Moderator nicht richtig einschätzen, jeder Mensch neigt zu subjektiven Entscheidungen und fasst jede Situation unterschiedlich auf. Nicht zuletzt kommen hierdurch viele Fehlbans zu Stande. Der Moderator muss seine Zeit investieren, den Fall genau prüfen, manuell Sanktionen einleiten und dabei auch noch die richtige Entscheidung treffen. Dieser Aufwand wäre mit dem automatischen System praktisch abgeschafft, da jeder für die gleiche Missachtung dieselbe Strafe erhält. Gleichzeitig könnte sich kein User mehr beschweren, er würde von einem Moderator unfair oder ungerecht behandelt worden sein, was letztlich auch sehr oft vorkommt. Zu guter letzt gibt es noch den Vorteil, dass das Hotel rund um die Uhr, das heißt selbst um 4 Uhr morgens mit Sicherheit moderiert wäre, was derzeit nicht der Fall ist. Und damit auch jeder Raum, jeder User. Das System kann überall sein, ein Moderator logischer Weise nicht. Dadurch müsste man nicht immer warten, bis ein Moderator online ist oder zufällig von einem Vergehen Kenntnis erlangt.

Kann so etwas zuverlässig funktionieren?

Ich halte dies durchaus für realistisch. Einzelne Hotels haben bereits Filter, die automatische Hilferufe bei anstößigen Wörtern absenden. Anti-Werbesysteme erreichen eine deutlich niedrigere Fehlbann-Rate als echte Moderatoren. Die User würden schrittweise Sanktionen erhalten und nicht, wie oft der Fall, willkürlichen Entscheidungen von Moderatoren ausgesetzt sein. Der Missbrauch wäre ausgeschlossen und Retros müssten sich nur noch um Eventmanager sorgen.

Nachteile liegen auf der Hand

Der größte Nachteil wäre, dass man immer Wege findet, um einen Filter zu umgehen. Jedes System hat seine Lücken und Tücken. Doch ich bin der Meinung, dass man sie mit regelmäßiger Instandhaltung kaum erkennbar halten kann. Wenn man sich anschaut, wie Werbefilter mittlerweile sogar fast jede mögliche Buchstabenkombination erkennen, sind wir schon mal auf dem besten Wege dorthin. Um das zu testen, könnte man den Filter vielleicht erst einmal nachts, wenn kein Moderator mehr online ist, testen. Es wäre ein Plus an Sicherheit.

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