Habbo basiert auf Adobe Flash – eine Software, die spätestens Ende 2020 offiziell nicht mehr unterstützt wird. Adobe wird den Support einstellen und Chrome das Plugin aus dem Browser entfernen, es sei denn, es wird manuell aktiviert. Bereits seit dieses Jahr müssen Nutzer bei jedem Browserneustart immer wieder zustimmen, bevor Adobe Flash ausgeführt wird und man in ein Habbo oder Retro Hotel einchecken kann. Die Retroszene diskutiert seit geraumer Zeit über mögliche Konsequenzen, Folgen und Lösungen zum bevorstehenden Flash-Ende. Ist es auch das Ende der Retroszene? Während sich Sulake selbst weitestgehend zurückhält und keine weiteren Angaben für die Zukunft Habbos macht, haben innerhalb der Szene erste Anstrengungen für Alternativen wie HTML5 oder eigene Addons für Chrome begonnen – etwas wirklich brauchbares mit Zukunftssicherheit befindet sich darunter zumindest noch nicht. Lese hier unseren letzten Artikel diesbezüglich.

Habbo.st für Windows und Mac

Browser-Spiele sind gegenwärtig nicht mehr so im Trend wie damals. Seit 2017 gibt es daher eine offizielle Habbo App auch für iPhone, iPad und Android Geräte, die somit auf Adobe Flash verzichten. Denkbar wäre daher auch, dass sich Sulake künftig ebenfalls mit einer eigenen Desktop Anwendung von Browsern und dem Flash Player unabhängig macht. Das Habbo.st hat damit vorgelegt – seit letztes Wochenende gibt es eine Habbo.st Desktop Anwendung zum Download für Mac und Windows. Diese Anwendung kann man sich auf deren Homepage herunterladen. Sobald die BETA-Phase abgeschlossen ist, soll sie auch im Discord Store erhältlich sein. Eine eigene Store-Seite gibt es hierfür schon. Die Veröffentlichung ist auf den 27. Juli datiert.

Die Desktop Anwendung könnte beispielsweise auf ElectronJS und dem von Laynester auf DevBest veröffentlichten HabboElectron ProjektGitHub Source – basieren. Es bietet eine Ready-To-Use Anwendung, bei der man die Konfiguration nach seinem Hotel beliebig anpassen kann. Es wäre also denkbar, dass auch andere Retro Hotels – insbesondere auch im englischsprachigen Raum – damit nachlegen und ebenfalls ihre eigene Desktop Version veröffentlichen. Vereinzelt gibt es bereits Umsetzungen für eine Desktopversion in anderen Retro Hotels. So gab es etwa schon damals im Lemon Hotel eine eigene Anwendung, die jedoch lediglich für Windows verfügbar war – lese dazu diesen Artikel.

Faktisch verhält sich der Desktopclient wie ein eigener Browser: Nur, dass man lediglich auf Habbo zugreifen kann. Ein erheblicher Vorteil bei der eigenen Desktop Software ist, dass man nicht mehr auf Browser wie Chrome und deren Flash-Akzeptanz angewiesen ist. Man wird nicht mehr ständig nach der Aktivierung gefragt. Die Desktopversion beinhaltet praktisch eine eigene unabhängige Flashversion integriert – die damit theoretisch auch noch nach 2020 ohne zusätzliche manuelle Installationen genutzt werden kann. Zudem soll Habbo über die Anwendung um einiges stabiler laufen als über den herkömmlichen Browser. Zusätzlich wird es, wenn so aktiviert, bei Discord angezeigt, wenn jemand gerade Habbo spielt.

Wirklich eine Alternative?

Fraglich bleibt jedoch, ob die Anwendung in der Lage ist, das Spielen über den Browser vollständig zu ersetzen und ob sie bei den Spielern wirklich gut ankommt. Der Flash-Support wird 2020 so oder so enden: Das heißt, es gibt danach auch ohnehin keine sicherheitsrelevanten Updates mehr. Habbo würde dann über eine veraltete Flash Version laufen, die möglicherweise Sicherheitsrisiken mit sich bringt. Strittig ist auch, ob 2020 wirklich das endgültige Ende für Flash bedeutet. Die herrschende Meinung geht davon aus, dass man nach wie vor über den “normalen” Browser Habbo spielen können wird, nur muss man es vorher manuell installieren. Und zuletzt: Inwiefern Discord die (inoffizielle) Habbo Anwendung – die sich immerhin als “Official Habbo” ausgibt – freischaltet oder eventuell wegen Urheberrechts-Bedenken ablehnt, lässt sich noch nicht sagen. Die weitere Entwicklung wird über die Zukunft des Projektes entscheiden.

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